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Azadiyakurd...
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KURDISTAN Der Orient spielt Okzident

from Azadiyakurdistan on 07/23/2010 12:49 AM



Die autonome Region im Nordirak plant den Aufschwung. Doch die Investoren bleiben aus. Vor allem westliche Firmen scheuen ein Engagement, obwohl dieser Teil des Landes als sicher gilt.

VON MARC RÖHLIG

Suleimania hat sich feingemacht. Es ist Freitag und damit Familientag. Die Einwohner der Stadt im Nordosten des Irak zieht es in die verwinkelten Gassen des alten Basars. Feilschen, schwatzen, Freunde treffen, zum Gebet gehen – das ist die übliche Routine. Doch an diesem Tag ist alles anders. Musikboxen pumpen tiefe Bässe in die Mittagshitze. Selbst die Luft scheint zu tanzen. Über den besten Platz des Basars, gegenüber der Großen Moschee, sind kleine rote Lampions gespannt. Die „Kaso Mall“ feiert Eröffnung. Chinesische Investoren haben das Einkaufszentrum mit den Nordirakern gebaut. Nun hängen die Flaggen der Volksrepublik gemeinsam mit mehreren Dutzend irakischen und kurdischen Flaggen auf den drei Etagen des Konsumtempels.

In der „Kurdischen Region Nordirak“ sind Krieg und Zerstörung weit weg. Ölfelder werden erschlossen, neue Autobahnen, Flughäfen und Fußballstadien geplant. Seit 2005 liegt das jährliche Wirtschaftswachstum bei sechs Prozent. Jeder Einwohner erwirtschaftet im Jahr rund 4500 US-Dollar. Zum Vergleich: Bezogen auf den ganzen Irak liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei nur 3600 US-Dollar. Ausländer, die in die Region reisen, können sicher sein, weder entführt noch erschossen zu werden.

Parwin Nuri Asis ist Generaldirektorin beim Handelsministerium in Erbil, dem Hauptsitz der kurdischen Regionalregierung. Jeder Kurde gebe sein Bestes, die Region auf Vordermann zu bringen, lobt sie den wirtschaftlichen Fortschritt. Die Zahl der Unternehmen habe sich seit Ende 2006 auf rund 10 300 verdreifacht. Doch nach vier Tassen Tee mit sehr viel Zucker gibt sie zu: „Wir haben ein Imageproblem.“ Hören europäische Geschäftsleute vom Irak, dann dächten sie an Autobomben und Schusswechsel. „Wer will hier schon investieren?“ Die Kaso Mall in Suleimania etwa wurde ohne Beteiligung westlicher Geldgeber gebaut. Die Geschäfte bieten vor allem Billigware aus China und Produkte aus den Nachbarstaaten Türkei und Iran an. „Wo bitte“, fragt Asis, „liegt denn unsere wirtschaftliche Stärke, wenn wir uns einfach nur von Importen unserer Nachbarn überschwemmen lassen?“
Das nordirakische Kurdengebiet liegt nördlich von Mossul und Kirkuk, eingebettet in die nordwestlichen Ausläufer des Sagros-Gebirges. Über vier Millionen Menschen leben hier, die meisten sind irakische Kurden. Unter Saddam wurden sie verfolgt, gefoltert, eingesperrt. Chemie-Ali, der berüchtigte Vetter von Saddam Hussein, erhielt seinen Spitznamen, nachdem er mit einem Giftgasangriff in Halabdscha 1988 rund 5000 Kurden tötete.

1991, nach dem ersten Golfkrieg, wurde dem Norden des Irak von den Vereinten Nationen Autonomie zugesprochen. Aber erst nach der zweiten US-Invasion konnten die Menschen diesen Anspruch auch durchsetzen. Seit 2005 wird die Autonome Region Kurdistan offiziell von der irakischen Regierung anerkannt. In den großen Städten Dohuk, Suleimania und Erbil entstehen seitdem Bürokomplexe und Shopping-Malls, die Straßen werden ausgebaut, die Fassaden geputzt. Neue Universitäten und internationale Flughäfen sind eröffnet, eine Autorennstrecke ist im Gespräch.

Erbil wird in der Region bereits als „Klein Dubai“ gefeiert. Abends, nachdem die Sonne lange untergegangen ist, erhellt das Licht der Leuchtreklamen die Stadt. „Klein Dubai, tatsächlich?“, ruft Mohammed. Er kommt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, sein traditionelles weißes Gewand, die Dischdascha, verrät es. Mit seinem Geschäftspartner ist er im Nordirak, um sich nach Investitionsmöglichkeiten umzusehen. „Doch“, meint Mohammed schließlich, „Klein-Dubai kann passen.“ Zum Beweis geht der Emirater zu einem kleinen Straßenimbiss im Zentrum des alten Stadtkerns. „Hier gibt es richtig leckere Burger“, sagt er. Eine Fleischfrikadelle als Signal für den Aufbruch.

„Klein Dubai“ alias Erbil bietet Burger, Sandwiches und Cola an vielen Ecken. Die Stadt wächst, anders als das Vorbild, in die Breite statt in die Höhe. Auf einem Felsen im Zentrum steht die 8000 Jahre alte Zitadelle, ringsherum breiten sich Einkaufsstraßen, Bürohäuser und Shopping-Malls aus. Die größte unter ihnen – und im ganzen Irak – ist die „Nishtiman Mall“.

Die Einkaufspassage sieht aus, wie sich der Orient den Westen vorstellt: viel Glas, viel Beton, viele bunte Plakate. Auf vier Etagen vereint sie Teppichhändler, DVD-Shops, Anwaltskanzleien und Gewürzläden. Die Auslegware wuchert auf die Flure hinaus. Fleißig stapeln die Händler raubkopierte Hollywoodfilme und schlecht geschneiderte „Hugo Boos“- Shirts vor den Läden. Doch dem westlichen Einkaufszentrum fehlt es an westlichen Inhalten.

Der Geschäftsführer der Shopping-Mall heißt Miran Mukerji und hat sein Büro im obersten Stock. Auch wenn es noch keine originale Designerkleidung zu kaufen gibt, ist er optimistisch. „Wenn ich schaue, wie stark sich mein Land in den letzten fünf Jahren geändert hat, dann bleibt mir fast die Luft weg“, sagt er. „Erbil ist das neue Eingangstor in den Irak.“ Mukerji reiht solche Sätze aneinander wie Fakten einer Präsentation. Zur Zukunft von Irakisch-Kurdistan fehle es nur noch an ausreichendem westlichem Interesse: „Wir brauchen die Erfahrungen der Ausländer, wir müssen sie in unser Land holen.“ Der junge Unternehmer hat 3000 Geschäfte und gut 100 Büros in seiner Shopping-Mall vermietet. „Aber die Zahlen verdreifachen wir demnächst“, sagt er und zeigt auf eine frisch planierte Brachfläche neben der Nishtiman Mall. Dort entsteht die Erweiterung, dort entsteht die Chance für die Investoren.

Fidaden Garde von der Handelskammer in Erbil weiß, wie er ausländische Geldgeber anlocken will. „Grundstücke gibt’s bei uns umsonst, und Steuern muss ein Investor in den ersten zehn Jahren auch nicht zahlen“, sagt er. Die Köder, von denen er erzählt, stehen im Investitionsgesetz vom Juli 2006. „Ein prima Gesetz, das hat unsere Infrastruktur ordentlich angekurbelt“, findet er.

Im Gesetz schafft die Regionalregierung des Nordirak Anreize für Investoren. Und sie definiert die Aufgaben des Investitionsausschusses. Die Behörde in Erbil sichtet Anträge von potenziellen Geschäftspartnern und klopft deren Ideen auf Brauchbarkeit ab. Steuerbefreiung und Vergünstigungen bekommt, wer ins Raster passt. „In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt auf Entwicklung“, sagt Garde, „nun zielt der Ausschuss vermehrt auf Bildung, Tourismus und Gesundheitswesen.“ Die Liste der subventionierten Vorhaben ist eine Art kurdische Roadmap für mehr Wachstum. Und zugleich Offenbarung des Imageproblems, das die Region hat.

Seit Dezember 2006 wurden 237 Projekte im Volumen von 13,5 Milliarden US-Dollar unterstützt. Aber nur 37 davon haben ausländische Firmen initiiert. Den Rest stemmen einheimische Geschäftsleute. Von den Ausländern kommt die Hälfte aus den Nachbarstaaten, aus der Türkei, dem Iran oder Kuwait. Aus der EU kommen sieben Projekte, Deutschland ist mit einer Geflügelfarm und einem Krankenhaus vertreten.

Manch ein Geschäftsmann bemüht sich erst gar nicht um offizielle Unterstützung. „Ob ich nun auf diese Investorenliste komme oder nicht, macht doch keinen Unterschied“, sagt einer, der seit vielen Jahren ein Unternehmen im Nordirak führt. Er bekommt keine Subventionen, habe sie aber auch nicht nötig. Sein Betrieb laufe gut. Das ist Teil seines Problems. Die Behörden, sagt er „wollen ihr Stück vom Kuchen“. Als Unternehmer aus Deutschland bekomme er nun immer häufiger Ärger mit der Regionalregierung, die er für korrupt hält. Das ist auch der Grund dafür, dass er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Immer mehr Unterlagen müsse er herbeischaffen, immer wieder Erlaubnisse erneuern. „Eine reine Zettelwirtschaft, eine bloße Schikane“, schimpft er.

„Die Europäer“, so räumt Garde von der Handelskammer ein und formuliert es vorsichtig, „sind sehr zögerlich.“ Was es daher brauche, sei „viel Öffentlichkeitsarbeit, um zu zeigen, dass der Nordirak reif für Investoren ist“. Bisher gibt es die Öffentlichkeitsarbeit im Internet und auf Flyern zu sehen. Sie werben mit schönen Fotos der wilden kurdischen Landschaft. Begrünte Hügel, Wasserfälle, Bergseen sind zu sehen, daneben Computermodelle und Designskizzen von Bürohäusern. Die Broschüren des Investitionsausschusses stellen das Land in allen Details vor: Klima, Bevölkerung, eine Liste mit lokalen Internet-Cafés. Parwin Nuri Asis vom Handelsministerium reicht das nicht. Das Irak-Image sei nur Teil des Problems. Nach Ansicht der Mittfünfzigerin fehlt es der Region an wirklicher wirtschaftlicher Entwicklung.

Sie sehe zwar „überall viele Baustellen und viele grüne Wiesen und sogar erste Touristen“ – aber solange es keinen Export gebe, „gibt es auch keine starke Wirtschaft“. Lediglich Wolle und Öl könne Irakisch-Kurdistan nach draußen bringen; zugleich müssen 95 Prozent aller Bedarfsgüter importiert werden. Das Öl bringt zwar Geld ins Land. Doch niemand weiß genau, in welchen dunklen Kanäle es versickert.

Parwin Nuri Asis arbeitet parallel zu ihrer Tätigkeit im Handelsministerium an einem Master in Wirtschaftsmanagement an der Business & Management University Erbil. Als sie jung war, gab es diese Möglichkeit nicht. Wie man die Region, abseits aller Blauäugigkeit, nach vorne bringen kann, beschäftigt sie von morgens bis abends, bei der Arbeit und in der Bibliothek. Die Frage nach dem Aufschwung ist ihr Lebensinhalt. „Wir müssen unser Bankensystem ausbauen und den Handel ankurbeln“, sagt Asis. Wenn die Region erfolgreich sein soll, dann müsse sie sich auf eigene Füße stellen, statt auf Hilfe von außen zu warten. Das Investitionsgesetz greife zu kurz. „Bloß weil es ein paar Geschenke gibt, kommt doch keiner hierher.“ Perspektiven müsse Kurdistan liefern und eine eigene Identität. Asis ist sich sicher: „Wenn wir aufregend sein wollen, dann dürfen wir nicht einfach westliche Optik kopieren – wir müssen unsere eigene finden.“

Gegenüber der Kaso Mall, vor den Toren der Großen Moschee, sitzt die eigene Identität Kurdistans. Die alten Männer aus Suleimania verkaufen hier Gebetsketten und geflickte Schuhe, manch einer wartet auf den Beginn der Freitagspredigt. Ihre Blicke wandern immer wieder zum Einkaufstempel hinüber, zu den Musikboxen und den chinesischen Lampions. Wenn ein Wolkenberg vorüberzieht und die Sonne durchbricht, dann leuchtet die Glasfassade der Kaso Mall wie ein großes Segel auf. Die alten Männer, die sich schon immer hier und auch schon immer freitags trafen, wirken fehl am Platz. Als der Ruf des Muezzins erklingt, wird er drüben bei der Eröffnung gar nicht mehr gehört. Das moderne Dröhnen aus den Boxen übertönt die Tradition.



Quelle...

Silav û Rêz
Azad

Reply Edited on 07/23/2010 12:51 AM.

MeLo.21
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Re: Binêrin çawa serokwezîrê Tirkiyê Erdogan ji ser hespê dikeve (vîdyo)

from MeLo.21 on 07/23/2010 12:32 AM

hahaha xwedê bikim der kî wî $ikiya :D

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Azadiyakurd...
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Binêrin çawa serokwezîrê Tirkiyê Erdogan ji ser hespê dikeve (vîdyo)

from Azadiyakurdistan on 07/23/2010 12:29 AM

Silav û Rêz
Azad

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sila
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Re: Kurdisches Alphabet mit Audioaussprache

from sila on 07/22/2010 09:35 PM

way way way welat ne rude mitleid für ALAN dieser arme Junge welat :D

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Kudo21
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Re: Kurdisches Alphabet mit Audioaussprache

from Kudo21 on 07/22/2010 08:13 PM

Mezrecux

ja sehr schön gemacht, für alle, die genauso schlecht in Kurdisch sind wie Alan :D
Du machst aber Fortschritte. Ich merke das schon an deinen Beiträgen, also kurdische Wörter benutzt du immer mehr. Sehr schön


Also dieser Alan ne hab mal vom Freund gehört der soll voll viel machen für seine Kultur und bemüht sich nur diese Azadiyakurdsitan Mitglieder hacken immer auf diesem Fekiro rum was natürlich sich in seiner kurdischen Sprache wiederspiegelt !! Der Druck auf ihn ist imens !! Statt ihm Rückendeckung zu geben hauen sie auf ihn ein ! :D:P:D:P:D

Reply Edited on 07/22/2010 09:47 PM.

Mezrecux
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Re: Kurdisches Alphabet mit Audioaussprache

from Mezrecux on 07/22/2010 07:11 PM

ja sehr schön gemacht, für alle, die genauso schlecht in Kurdisch sind wie Alan :D
Du machst aber Fortschritte. Ich merke das schon an deinen Beiträgen, also kurdische Wörter benutzt du immer mehr. Sehr schön :D

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Kudo21
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Kurdisches Alphabet mit Audioaussprache

from Kudo21 on 07/22/2010 05:09 PM

Kurdische Alphabet mit Audioaussprache

Sowas ist gut !! Sehr schön gemacht also für alle die kein kurdisch können lernt mal :P:D

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Kudo21
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Re: Erdogans Tränen rühren seine Gegner kaum

from Kudo21 on 07/22/2010 12:41 PM

Steht immer noch Türke in der Verfassung echt krasssssssssssssss schon traurig ja haha man man man so hängengeblieben diese land !!

Sagt überall auf der Welt dass sie ein demokratisches land sind aber in der verfassung ist nur platz für türken also ist die verfassung schon rassistisch veranlagt aber das erwähnt keiner von den Europäern ! Stattdessen schön brav PKK Angriffe zeigen wenn mal zivilisten ums leben kommen !! Man Man man man echt trauig :bad:

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Kudo21
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Re: "Womit haben wir das verdient? Was haben wir dem Staat getan?"

from Kudo21 on 07/22/2010 12:35 PM

Traurigggggggggggggggggggggggggggggggggggg was soll man noch sagen ???? Bin Sprachlos und trotzdem nicht überrascht , dass es so gekommen ist !!

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Kudo21
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Re: Türkei schlittert in neuen Bürgerkrieg

from Kudo21 on 07/22/2010 12:30 PM

Seh interssant Herr Murat Karayilan Äüßerungen aber auch er müsste wissen das seine Kostbare Zeit in die Luft geschossen ist wenn er wiederholt versucht die Türkei zu Friedensschritten bewegen könnte, wenn schon Afendim Erdogan es nicht tun konnte !!


Also auch ein Ker würde wissen, dass die Beziehung zwischen Kurden und Türken seit dem Verbot der DTP und der Gefangenname vieler Politiker für Jahrzehnte zerröttet wurde !!


Die Türkei möchte gerne die Neuen Waffen von Europa testen und wer eignet sich gut die Kurden !!
Ach ja die Türken lösen sich immer mehr von EU und richten sich nach dem Iran usw. dann brauchen sie somit auch nicht freundlich zu den Kurden zu sein um in die EU zu kommen !!

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