Brief von Berivan: Mutter, mein Herz ist voller Schmerz

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Brief von Berivan: Mutter, mein Herz ist voller Schmerz

von Azadiyakurdistan am 20.07.2010 00:21

Die 15-jährige Berivan, die unter dem Vorwurf in Batman an einer Demonstration teilgenommen zu haben, als Opfer des Antiterrorgesetzes seit 9 Monaten in Einzelhaft im E-Typ Gefängnis von Diyarbakir sitzt, erlitt ein schweres Trauma, weil ihr trotz Warnung keine andere Zelle gegeben wurde. Berivan schläft nur mit Schlafmitteln und wenn ihr keine Medikamente gegeben werden, verletzt sie sich selbst. Das traumatisierte Mädchen wandte sich nun mit einem erneuten Appell an das Gewissen der Verantwortlichen und der Öffentlichkeit:
„Mutter, werde ich noch einmal an deiner Seite sein können und dich küssen? Mutter mein Herz ist voller Schmerz, ich schaffe es nicht, ich kann mich hier nicht eingewöhnen. Was habe ich dem Staat getan? Ich werde wohl hier sterben.“

Trotz des öffentlichen Druck für eine Änderung des Antiterrorgesetzes, steigt die Zahl der inhaftierten Kinder und Jugendliche täglich. Das Trauma für die jahrelang eingesperrten Kinder dauert an. Ein Opfer dieser vom Antiterrorgesetz geschaffenen Traumata ist die am 9.Oktober 2009 wegen angeblicher Teilnahme an einer Demonstration und angeblichen Steinwürfen auf Polizisten inhaftierte Berivan S. Für sie wurde wegen „Begehens von Straftaten für eine verbotene Organisation“ 7,5 Jahre, wegen „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“ 5 Jahre und wegen „Propaganda für eine verbotene Organisation“ eine Strafe von 1 Jahr beantragt. Sie befindet sich seit 9 Monaten im E-Typ Gefängnis von Diyarbakir in Einzelhaft. Sie sagt:
„Ich habe keine Steine auf Polizisten geworfen. Als ich unterwegs zu meiner Tante war, bin ich zwischen die Auseinandersetzungen geraten.“ Dennoch wurde sie erstinstanzlich zu 13 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt, die aufgrund ihres Alters auf 7 Jahre und 9 Monate abgesenkt worden ist.

Sie haben Berivan krank gemacht
Berivan, die vor Angst in der Einzelhaft dauernd weinen muss, spricht in jedem ihrer Briefe das Gewissen der Öffentlichkeit an, aber es gibt dennoch wenige die ihre Klagen hören. Die Klagen der, trotz aller Beschwerden in Einzelhaft gehaltenen und mit Todesangst alleingelassenen Berivan, bewegen die Mitgefangenen in den Nachbarzellen stark. Die Warnungen der Anwälte und der Familie, dass Berivan schwer traumatisiert wird, wurden ignoriert. Und es passierte, Berivan ist nun schwer traumatisiert. Sie weint jeden Tag, sie wird im Gefängnis mit Medikamenten ruhiggestellt und wenn sie diese nicht bekommt, verletzt sie sich selbst. Aufgrund der psychologischen Probleme wird Berivan im Moment in der psychiatrischen Klinik in Elazig behandelt. Berivan schreibt in ihren Brief an alle MenschenrechtaktivistInnen:
„Helft mir, holt mich hier raus, ich vermisse meine Familie sehr und jeden Tag denke ich an sie und weine. Mein Herz schmerzt sehr, ich kann mich hier nicht eingewöhnen. Was habe ich dem Staat getan. Ich habe so eine hohe Strafe bekommen. Ich habe niemanden umgebracht, bitte bringt mich mit meiner Familie zusammen, ich vermisse sie sehr. Sie sollen mir nicht meine Kindheit wegnehmen, man ist nur einmal im Leben Kind.“ Sie wurde wieder nicht gehört.

„Mutter, mein Herz ist voller Schmerz, ich schaffe es nicht“
Berivan, die jeden Tag Tränen vergießt hat nur den einen Wunsch, in Freiheit mit ihrer Familie zusammen zu kommen. Berivan drückt diesen Wunsch in ihrem Brief folgendermaßen aus:
„Helft mir, bringt mich so schnell wie möglich mit meiner Familie zusammen. Wann wird meinen Tränen endlich Gehör geschenkt, wann bin ich wieder bei meiner Familie? Meine Psyche wird schwer beschädigt. Warum beschuldigen sie mich des Terrors. Ich fürchte mich hier sehr, holt mich sofort hier raus. Ich bin erst 15, und anstatt in die Schule zu gehen, sitze ich im Gefängnis, was für eine Sünde habe ich begangen hier 7 Jahre und 9 Monate zu sitzen. Ich möchte nicht mehr weinen. Habe ich überhaupt kein Recht glücklich zu sein? Warum weine ich immer, warum vergießt meine Familie Tränen. Ich spreche die Erwachsenen an.“
Nach 9 Monaten, nachdem Berivan ihr Klagen nicht hörbar machen konnte, sagt sie:
„Ich werde hier wohl sterben. Ich ertrage es nicht mehr, ich halte das Gefängnis nicht mehr aus. Werde ich dich, meine Mutter, noch einmal in die Arme schließen und küssen? Mutter, werde ich immer im Gefängnis bleiben? ... Mutter mein Herz schmerzt mir, ich kann nicht mehr. Ich weine immer, solange ich weg von Euch bin. Ich will hier raus, mit euch zusammenkommen. Ich möchte frei sein wie eine Blume.“

Quelle: DIHA, 16.07.2010, ISKU



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Re: Brief von Berivan: Mutter, mein Herz ist voller Schmerz

von Newroz_2010 am 20.07.2010 12:22

das türkische Staat ist so grausam das Sie irgendwann in ihrem eigen blut ertrinken werden .....

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